Worte zum Geleit
 
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Was kann ich selbst für mich tun?
 
Seelsorge
 
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Was kann ich selbst für mich tun?

Verlust der Mitte –
Ruhe und Ausgeglichenheit wiederfinden
Macht Meditation für Krebspatienten einen Sinn? – Ja.
Nicht alle Menschen – aber viele fühlen sich durch Meditation oder meditative
Körperarbeit angesprochen.

Erschütternde Ereignisse werfen uns aus unserer Mitte. Die Gedanken
geraten außer Kontrolle und beginnen sich in einem unendlichen Karussell
zu drehen. Oft sind wir diesem Gedankenstrom hilflos ausgeliefert.

Wie kann ich meine Mitte,
einen ruhenden Pol in mir,
wie kann ich mich wiederfinden?

Yoga, Tai Chi, geleitete Meditationen oder auch der eigene Gang in eine
Zeit der Stille und des Schweigens sind Wege, den ruhelosen Geist zu
disziplinieren und einen Zustand von Entspannung und „aktiver Kontemplation“
herbeizuführen. Autogenes Training, Euthonie und atemorientierte
Körperarbeit gehen von der „aktiven Entspannung“ aus, die wiederum
auf den stets aktiven Geist zurückwirkt.

Der Geist und der Körper, der Kopf und das Herz sollen wieder in eine
Balance kommen, die Kraft gibt, die Ihnen Ihre Gelassenheit und Besonnenheit
zurückgibt. Aus dieser Kraft erwächst der Mut, auch schwierigen
Phasen des Lebens furchtlos zu begegnen.


 

Frische Luft und Bewegung

Für viele Menschen ist die Natur ein Quell der Freude und Erholung, der
Regeneration und Rückgewinnung von Kraft. Die Seele lebt auf, aber
auch der Körper wird in besonderer Weise verwöhnt.

Gehen Sie häufig an die frische Luft. Der Sauerstoff ist für unzählige Stoffwechselvorgänge
Ihres Körpers von großer Bedeutung. Darum ist es
wichtig, dass unser Blut reichlich mit Sauerstoff versorgt wird. Der Blutstrom
transportiert den Sauerstoff in die entferntesten Körperzellen, in
denen die eigentlichen Stoffwechselprozesse stattfinden.

Spaziergänge und sportliche Betätigung an frischer Luft fördern die Blutzirkulation
und beeinflussen den Stoffwechsel und den Heilungsprozess
auf positive Weise. Prinzipiell können alle Sportarten ausgeübt werden,
doch sollten Sie in der ersten Zeit etwas zurückhaltend mit der Beanspruchung
des betroffenen Armes sein und langsam ausprobieren, wie
weit Sie diesen belasten können. Empfehlenswerte Sportarten sind zum
Beispiel Gymnastik, Schwimmen, Fahrradfahren und Walken.

 

 

 

 

 

Allgemeine Ernährungsberatung in der Onkologie

Laboruntersuchungen und Studien haben gezeigt, dass die Ernährungsweise und
bestimmte Nahrungsbestandteile Einfluss auf die Entstehung von Krebserkrankungen
haben.

Hierzu gehören:
Überernährung
Übersteigerter Verzehr von Zucker, Fett, Eiweiß, Alkohol, Salz und Kaffee
Zuwenig Ballaststoffe, Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe

Schadstoffe wie z.B. Nitritpökelsalz (Schinken, Mettwürstchen etc.) bildet Nitrosamine.
Verbrennungsrückstände beim Räuchern und Grillen: hier sollte zur Vermeidung
auf Aluschalen, durchgeglühte Grillkohle und ungeräuchertes Fleisch geachtet werden.
Allgemein sollte die Ernährung ballaststoffreich sein, d.h. an Stelle von „weißem
Mehl“ sollte z.B. Vollkornmehl aus Gerste, Dinkel, Grünkern und Buchweizen Verwendung
finden. Aber auch die Ballaststoffe aus Gemüse und Obst binden krebserzeugende
Substanzen und verhindern eine lange Verweildauer im Darm. Vitamine,
Mineralstoffe und Spurenelemente stärken das Immunsystem und sind meist über die
Nahrung in ausreichender Form für den Menschen vorhanden.

Sie finden sich besonders in folgenden Nahrungsmitteln:
Vitamin A:
Butter, Milch, Käse und Eier Beta-Carotin: gelben und roten Früchten, Möhren, Tomaten, Aprikosen, Grünkohl, Spinat, Petersilie

Vitamin C: Gemüse, Obst, Kartoffeln

Vitamin E: Vollkorngetreide, Weizenkeimen, Nüssen, Blattgemüse

Kalzium: Milchprodukten und Nüssen

Zink: Käse, Eigelb, Getreide und Fisch

Sinnvoll ist es, jeden Tag frisches Gemüse, Kräuter und Obst sowie Vollkornprodukte aller Art zu essen. Dabei sollten Sie das Gemüse und Obst immer gründlich waschen
und äußere Blätter entfernen. Meiden Sie Innereien, Wildpilze und Tintenfischprodukte. Bevorzugen Sie Gemüse der Saison. Neben der sorgfältigen Auswahl der
Nahrungsprodukte ist auch die Beachtung des Flüssigkeitsangebotes an den Körper von großer Wichtigkeit, vor allem das Trinken von klarem, stillem Quellwasser. Wasser ist ein Lösungsmittel und hilft dem Körper, Schadstoffe und Abbauprodukte auszuscheiden.
Eine adäquate Trinkmenge sind je nach Körpergröße 2 bis 3 Liter am Tag. Dabei sollten Säfte, Kaffee und Tees nicht mitgerechnet werden. Wollen Sie sich einmal mit Vitaminen rundum verwöhnen, so machen Sie sich die Arbeit und stellen sich selber frisch gepresste Obst- und Gemüsesäfte für den sofortigen Verzehr her. Das Vitaminangebot steht Ihnen auf diese Weise am umfangreichsten zur Verfügung.

 

 

 

 

 

 

Unverplante Zeit

„Seitdem ich Krebs habe, habe ich erst wirklich angefangen zu leben“
(Patientin)

„Wenn Sie zurückschauen, würden Sie in Ihrem Leben etwas verändern?“
– „Nein, nicht wirklich – aber ich würde darauf achten, mehr unverplante
Zeit zu haben:“
(Patientin)


Denkwürdige Sätze von zwei betroffenen Frauen. Die Diagnose hat Ihr Leben
erschüttert, aber so bitter eine solche Erschütterung und Krise ist, sie kann auch
eine Chance sein. Nutzen Sie diese Chance!

Wenn wir unser Leben bedroht sehen, wird plötzlich alles relativ. Viele Dinge,
Situationen, Beziehungen erhalten einen anderen, einen neuen Stellenwert. Wir
bekommen ein Gespür für Nebensächliches und Unwichtiges, aber auch für das,
was unserem Herzen am nächsten ist. Das wird für viele Frauen die Familie sein,
kann aber durchaus auch der Beruf sein. Lassen Sie sich nicht von vermeintlichen
normativen Vorgaben beeinflussen. Spüren Sie dem nach, was für Sie wesentlich
ist. Überdenken Sie einmal gründlich:

Was ist Ihnen wirklich wichtig in Ihrem Leben?
Was macht Ihnen die meiste Freude?
Wo und wie möchten Sie sich am liebsten engagieren?
Haben Sie keine Angst Ihre Energien einzusetzen, vorausgesetzt es ist Ihnen wirklich
wichtig. Das Phänomen ist: „Je mehr der Mensch mit seiner Aufgabe in Kontakt
ist, je mehr erholt sich der Mensch“ (Heinrich Jacobi)
Vielleicht möchten Sie sich auch gar nicht engagieren? Ihr gutes Recht!
Wie viele unnötige Kompromisse gehen wir jeden Tag ein?
Was wollten Sie immer schon tun und haben es immer wieder hintangestellt?
Wie oft verschieben wir Pläne, Wünsche, Kontakte in eine vage, unbestimmte
Zukunft?
Hier und jetzt - heute, in diesem Moment findet das Leben statt.
Erschütterungen, so schmerzlich sie auch sind, führen dazu, dass wir unser Leben
bewusster und intensiver leben und das empfinden wir Menschen zumeist als
einen Gewinn.
Und vergessen Sie nicht das kostbare Juwel „unverplante Zeit“!